Datum

Samstag
19.05.2012

Zeit

CET (UTC +1)
DST
00:11:41

Lokation

Längengrad
8° 35'42"
Breitengrad
50° 3'20"

Die Feuerwehr-Staffelwache in Gateway Gardens: Pioniere der schnellen Rettung

Der Besuch der Redaktion kommt ohne Vorankündigung, ähnlich wie der Notruf zu einem Einsatz, doch Michael Weimar bleibt gelassen und bittet in sein Büro. „Willkommen in Gateway Gardens und im Quartier der Feuerwehr“, begrüßt uns der Teilbereichsleiter der Bereichswache 30 auf dem ehemaligen US-Areal.

„Wie Sie unschwer erkennen, ist dies eine besondere Feuerwache“, beginnt Weimar das Gespräch und sein Blick wandert für einen Moment aus dem Fenster. „Im Juni 2006 haben meine Kollegen und ich diesen Stützpunkt in Betrieb genommen, der aus zwei ehemaligen Wohnungen der US-Liegenschaft gebildet wurde.“ Eine echte Herausforderung, denn den Umbau zur Feuerwehrwache unternahmen die Männer der Staffelwache 30 in Eigenleistung. Sie bauten eine Ruhezone, Umkleide- und Duschräume, verlegten Leitungen und vernetzten sich mit der Notrufzentrale in der Stadt. „Bei der Feuerwehr treffen Sie auf die unterschiedlichsten Berufsgruppen“, berichtet Michael Weimar, „daher konnten wir die notwendigen Umbaumaßnahmen in Eigenregie durchführen. Ansonsten wäre so etwas gar nicht denkbar.“

 

Vor diesem Hintergrund erscheint es fast schon schade, dass die Feuerwache in Gateway Gardens lediglich ein Provisorium darstellt und die Mannschaft von Michael Weimar in naher Zukunft einen Neubau auf dem Areal beziehen wird. „Dass wir in Gateway Gardens bleiben, daran besteht kein Zweifel“, bestätigt der Teilbereichsleiter. „Dieser Standort ist für die Frankfurter Feuerwehr enorm wichtig, denn er ist Teil des neuen taktischen ‚Feuerwehrkonzeptes 2020’ der Stadt.“

 

Das Konzept sieht vor, bis zum Jahr 2020 das bisherige Standortmodell der Frankfurter Feuerwehr zu überarbeiten und noch effizienter zu gestalten. Effizienz bedeutet in diesem Fall Schnelligkeit zum Einsatzort. Michael Weimar erläutert: „In Zukunft wird es in Frankfurt vier sogenannte Bereichsleitungswachen geben und acht Bereichswachen. Die insgesamt 12 Feuerwachen sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt und haben zum Ziel, jeden Einsatzort in Frankfurt innerhalb von maximal fünf Minuten zu erreichen. Gateway Gardens ist dank seiner exzellenten Verkehrsanbindung daher ein idealer Standort.“ Geht ein Notruf in Gateway Gardens ein, rücken die Männer der Staffelwache 30 aus und werden bei Bedarf von den Kollegen aus den Stadtteilen Nied und Sachsenhausen unterstützt.

 

Die Wache in Gateway Gardens ist die erste Bereichswache des neuen Konzeptes und nimmt damit eine Pionierrolle ein. Die Mannschaft, in der Fachsprache „Staffel“ genannt, besteht aus insgesamt 30 Mann, die sich im Schichtdienst abwechseln. Zu jeder Zeit sind daher sechs Feuerwehrkräfte in Bereitschaft, von Gateway Gardens aus zum Einsatz zu eilen. „Die Mehrzahl der Einsätze sind Notrufe zu technischen Problemen und Unfällen. Brände begegnen uns weniger“, so Weimar. „Dabei sind wir sozusagen die Speerspitze für alle Einsätze rund um das Frankfurter Kreuz und die öffentlichen Bereiche des Flughafens. Beispielsweise liegen der ICE-Bahnhof und das Sheraton-Hotel in unserem Einsatzgebiet.“

 

Dass dieses Einsatzgebiet schwierige Fälle bedeuten kann, ist leicht vorzustellen. Beim Rundgang durch die Räume der Staffelwache fällt ein gerahmter Zeitungsartikel ins Auge.


Michael Weimar nimmt das Bild von der Wand und liest die Überschrift laut vor: „Pfarrer das Leben gerettet“. Ein schwerer Autounfall im Februar 2007 direkt am Frankfurter Kreuz. Ein PKW verunglückte mit zwei LKW und die Einsatzkräfte mussten den eingeklemmten Fahrer unter schwierigen Bedingungen aus dem PKW befreien. Jede Sekunde zählte und die Nähe der Wache zum Einsatzort war einer der entscheidenden Aspekte.

 

Michael Weimar erinnert sich: „Der verunglückte Fahrer, ein Pfarrer, kam einige Zeit nach dem Unfall bei uns vorbei und bedankte sich für unsere Hilfe. Er habe wohl einen Schutzengel gehabt, der ihm schnelle Rettung aus der Wache von Gateway Gardens geschickt habe.“